Erkältung bei Senioren – Tipps und Hausmittel

Erkältete Seniorin

Eine Erkältung bei Senioren kann schnell zur Belastung werden. Nicht nur wegen der Beschwerden, sondern auch, weil ältere Menschen ein schwächeres Immunsystem haben und Infektionen oft schwerer verarbeiten. Dadurch können selbst leichte Symptome für pflegebedürftige Menschen zur Herausforderung werden. Als Pflegekraft kannst Du mit gezielten Maßnahmen, sanften Hausmitteln und guter Beobachtung sehr viel dazu beitragen, dass sich die zu betreuende Person schneller erholt und sich während der Erkrankung sicher fühlt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Risikogruppe Senioren: Senioren sind bei Erkältungen anfälliger für Komplikationen. Eine frühe Beobachtung und sanfte Unterstützung sind besonders wichtig.
  • Basismaßnahmen im Pflegealltag: Wärme, Ruhe, ausreichend Flüssigkeit und leichte Hausmittel gehören zu den wichtigsten Maßnahmen im Pflegealltag.
  • Rolle der Pflegekraft: Pflegekräfte dürfen keine Medikamente verabreichen. Beobachte Symptome und informiere Angehörige oder den Arzt bei Veränderungen.
  • Hygienemaßnahmen: Hygiene schützt sowohl die pflegebedürftige Person als auch Dich selbst vor Ansteckung und weiteren Infekten.
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Inhaltsverzeichnis

Erkältung bei Senioren erkennen: typische Symptome

Senioren zeigen häufig andere oder abgeschwächte Symptome als jüngere Menschen. Das liegt daran, dass das Immunsystem im Alter langsamer reagiert und Entzündungszeichen weniger deutlich sein können. Als Pflegekraft bist Du in engem Kontakt mit der pflegebedürftigen Person und kannst kleine Veränderungen oft schon früh wahrnehmen. Besonders wichtig ist es, auf die Stimmung, das Energielevel und das Trinkverhalten zu achten, da sich hier oft erste Hinweise auf eine beginnende Erkältung zeigen.

Typische Anzeichen einer Erkältung im Alter

  • Schnupfen, verstopfte oder laufende Nase
  • Husten oder Reizhusten
  • Halsschmerzen oder Halskratzen
  • Weniger Appetit und erhöhte Müdigkeit
  • Geringe Temperaturerhöhung

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Ältere Frau zeigt eine Faust entschlossen nach vorne

Was Du als Pflegekraft sofort tun kannst

Zu Beginn einer Erkältung wirkt es oft so, als könne man nicht viel tun. Doch gerade die ersten Stunden und Tage entscheiden darüber, wie schwer der Verlauf wird. Mit einfachen Maßnahmen wie Wärme, Ruhe und viel Flüssigkeit kannst Du das Immunsystem entlasten und die Beschwerden spürbar lindern. Viele Senioren trinken im Alltag generell zu wenig, weshalb Du hier besonders aufmerksam sein solltest. Zudem kann eine ruhige, entspannte Atmosphäre helfen, den Körper nicht zusätzlich zu belasten.

Sofortmaßnahmen zur Unterstützung:

  • Wärme geben:
    Decken, warme Kleidung, warme Socken, bei Bedarf Wärmekissen. Du hast sehr viele Möglichkeiten. Achte aber immer darauf, dass nichts zu heiß ist.
  • Ruhe ermöglichen:
    Passe Deinen geplanten Tagesablauf an. Reduziere das Tagesprogramm, verlängere die Schlaf- und Ruhezeiten, vermeide Stress und unnötige Gespräche.
  • Regelmäßig trinken:
    Biete zum Beispiel Tee, Wasser oder Brühe häufig in kleinen Schlucken an, um eine Austrocknung zu verhindern.
  • Nase befeuchten:
    Inhalation mit warmem Wasserdampf befeuchtet die Atemwege und hilft, Schleim zu lösen.
  • Raumklima optimieren:
    Optimiere das Klima mit einer Zimmertemperatur von 18–21°C, lüfte ausreichend, vermeide trockene Luft und stelle ggf. Schale mit Wasser auf.

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Hausmittel gegen Erkältungen, die Senioren besonders gut tun

Hausmittel sind oft schonender als Medikamente und lassen sich gut in den Pflegealltag integrieren. Besonders im Alter ist es wichtig, nur Mittel zu wählen, die sicher sind und keine Risiken verursachen. Viele klassische Hausmittel wie Honig oder Kräutertees wirken durch Wärme, Flüssigkeit und beruhigende Inhaltsstoffe. Achte jedoch immer darauf, ob Vorerkrankungen wie Diabetes oder Herzerkrankungen bestehen.

Sanfte Hausmittel im Pflegealltag:

  • Warme Getränke mit Honig: beruhigen den Hals, wirken leicht antibakteriell und fördern das Wohlbefinden (bei Diabetes Vorsicht).
  • Salbei- oder Kamillentee: wirken entzündungshemmend, beruhigend und sind gut verträglich.
  • Hühner- oder Gemüsebrühe: liefert Wärme, Flüssigkeit und Energie, auch bei wenig Appetit.
  • Inhalationen mit Wasserdampf: unterstützen die Atmung, befeuchten die Schleimhäute und lösen Sekrete.
  • Wärmflasche oder Körnerkissen: lindert Frösteln und sorgt für Wohlbefinden, niemals direkt auf die Haut.
Teekanne

Ernährung bei einer Erkältung

Viele Senioren haben bei einer Erkältung weniger Hunger, und das ist normal. Trotzdem braucht der Körper Energie, um gegen die Infektion anzukämpfen. Leicht verdauliche und warme Speisen unterstützen das Immunsystem und sind einfacher zu essen. Auch abwechslungsreiche Flüssigkeit ist wichtig. Nicht nur Wasser, sondern auch Suppen oder warme Getränke tragen dazu bei, den Körper zu stabilisieren.

Schonende, stärkende Lebensmittel:

  • Suppen und Brühen: einfache Kohlenhydrate, Flüssigkeit und Wärme in einer Mahlzeit. Hier findest Du unser Rezept für eine wohltuende Wintersuppe.
  • Weiches Obst: Banane, Birnenmus oder Apfelmus sind leicht verdaulich und liefern Vitamine.
  • Gedünstetes Gemüse: Karotten, Zucchini, Kürbis sind schonend und nährstoffreich.
  • Joghurt oder Quark: gut verträglich, kalorienhaltig und kühlend bei Halsschmerzen.
Hühnerbrühe

So schützt Du Dich und die zu pflegende Person vor Erkältungen

Hygiene spielt bei Erkältungen eine entscheidende Rolle, da Erkältungsviren sich über Tröpfchen und Kontakt übertragen. In der 24-Stunden-Pflege hält man sich viel im selben Haushalt auf, weshalb schon kleine Hygienemaßnahmen eine große Wirkung haben. Gleichzeitig schützt Du nicht nur die pflegebedürftige Person, sondern auch Dich selbst. Denn bei einer Erkältung krank zu werden, ist im Betreuungsalltag besonders belastend.

Wichtige Hygienemaßnahmen:

  • Händewaschen: vor und nach Körperkontakt, nach Niesen/Husten, nach Toilettengängen.
  • Einmal-Taschentücher: sofort entsorgen, nicht in der Kleidung sammeln.
  • Regelmäßig lüften: 5–10 Minuten Stoßlüften mehrmals täglich.
  • Getrennte Handtücher und Waschlappen: während der Erkältung strikt einhalten.

Was Pflegekräfte NICHT tun dürfen:

Viele Betreuungskräfte sind verunsichert, was sie dürfen und was nicht. Besonders wenn es um Medikamente geht. Grundsätzlich gilt: Hausmittel ja, Medikamente nein, sofern keine schriftliche oder ärztliche Anweisung vorliegt. Deine Aufgabe ist Beobachtung, Unterstützung und Dokumentation. Nicht die medizinische Behandlung.

Wann Du unbedingt einen Arzt informieren solltest:

Ältere Menschen haben ein höheres Risiko für Komplikationen wie Lungenentzündung oder schwere Bronchitis. Deshalb ist es wichtig, dass Du Veränderungen ernst nimmst und frühzeitig reagierst. Je früher ein Arzt informiert wird, desto besser kann eine Verschlechterung verhindert werden.

Warnzeichen, die Du ernst nehmen solltest:

  • Fieber über 38,5°C
  • Atemnot oder ungewöhnlich schnelle Atmung
  • Neue Verwirrtheit, starke Müdigkeit oder Unruhe
  • Brustschmerzen oder ungewöhnlicher Druck im Brustkorb
  • Bläuliche Lippen oder Fingernägel
  • Kein Trinken über mehrere Stunden
  • Starker, anhaltender Husten über mehrere Tage

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Pflegekraft mit einer älteren Frau

Erkältungen vorbeugen und Senioren langfristig stärken

Viele Erkältungen lassen sich nicht vollständig vermeiden, aber Du kannst das Risiko deutlich reduzieren. Vor allem regelmäßige Bewegung, frische Luft und gesunde Ernährung stärken das Immunsystem langfristig. Auch eine gute Schlafroutine unterstützt die Abwehrkräfte und sorgt dafür, dass Senioren weniger anfällig für Infekte sind.

Einfache Präventionsmaßnahmen:

  • Tägliche Bewegung, auch kurze Spaziergänge
  • Frische Luft und regelmäßiges Lüften
  • Vitaminreiche Ernährung
  • Ausreichend Trinken
  • Warme Kleidung und Hausschuhe
  • Gute Schlafroutine

Fazit: Gut unterstützt durch die Erkältungszeit

Eine Erkältung bei Senioren lässt sich mit Wärme, Fürsorge und einfacher Unterstützung gut bewältigen. Du gibst Sicherheit, Struktur und Nähe. Genau das hilft älteren Menschen, sich schneller zu erholen und sich gut aufgehoben zu fühlen.

Häufige Fragen zum Thema Erkältung bei Senioren

Wie lange dauert eine Erkältung bei Senioren?

Bei älteren Menschen dauert eine Erkältung oft länger als bei jüngeren. In der Regel 7 bis 14 Tage. Das Immunsystem arbeitet im Alter langsamer, daher klingen Beschwerden wie Husten oder Müdigkeit manchmal erst nach mehreren Wochen vollständig ab. Achte darauf, ob sich die Symptome im Verlauf verbessern. Bleiben sie gleich oder werden sie schlimmer, sollte ein Arzt hinzugezogen werden.

Welche Hausmittel helfen besonders gut gegen eine Erkältung bei Senioren?

Für Senioren eignen sich besonders warme Getränke, Brühen, Kamillen- oder Salbeitee, Wasserdampf-Inhalationen sowie sanfte Wärmeanwendungen. Diese Maßnahmen unterstützen die Schleimhäute, lösen Schleim, lindern Halsschmerzen und helfen dem Körper, sich zu regenerieren. Viele dieser Methoden sind gut verträglich, solange keine Vorerkrankungen dagegensprechen.

Darf ich als 24-Stunden-Pflegekraft Medikamente geben?

Nein, außer es gibt eine schriftliche ärztliche Anordnung. Medikamente wie Hustensaft, Nasentropfen oder Schmerzmittel dürfen nur verabreicht werden, wenn der Pflegedienst oder der Arzt es ausdrücklich erlaubt haben. Ohne Anweisung ist die Gabe von Medikamenten nicht erlaubt und kann sogar rechtliche Folgen haben.

Wann muss ich mit einem kranken Senioren zum Arzt?

Ein Arzt sollte kontaktiert werden bei Fieber, Atemnot, starker Schwäche, neuer Verwirrtheit, anhaltendem Husten oder wenn die pflegebedürftige Person nicht trinkt. Besonders bei Menschen mit Herz-, Lungen- oder Diabeteserkrankungen ist Vorsicht geboten, da eine einfache Erkältung schnell kompliziert werden kann.

Kann aus einer Erkältung eine Lungenentzündung entstehen?

Ja, ältere Menschen haben ein deutlich höheres Risiko für eine Pneumonie (Lungenentzündung). Trockener Husten, Atemnot, Brustschmerzen oder plötzlich auftretende Verwirrtheit können Hinweise darauf sein. Eine frühzeitige ärztliche Untersuchung ist daher wichtig, um Komplikationen zu vermeiden.

Quellen & weitere Informationen:

  • rki.de – Robert Koch-Institut (RKI), „Akute respiratorische Erkrankungen (ARE)“
  • rki.de – RKI, Surveillance akuter Atemwegserkrankungen
  • infektionsschutz.de – Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Informationen zu Atemwegsinfekten (Erkältung)
  • who.int – World Health Organization (WHO), Physiologische Risiken für ältere Menschen bei Atemwegserkrankungen
  • pmc.ncbi.nih.gov – Peer-review Artikel „Respiratory Infections in the Aging Lung“ (PMC / PubMed Central)
  • pmc.ncbi.nih.gov – Peer-review Artikel „The disease burden of respiratory syncytial virus in older adults“ (PMC)